Preisbegründung des IZA Prize Committee
Der IZA Prize in Labor Economics 2006 wird den hervor-
ragenden und hochproduktiven US-amerikanischen Arbeits-
ö
konomen David Card (University of California, Berkeley)
und Alan Krueger (Princeton University) verliehen. Ihre Ar-
b
eit hat die Vorstellungen von Arbeitsmarktforschung we-
s
entlich geformt und mit Sicherheit die Standards für em-
p
irische Forschung in angewandter Ökonomie gehoben.
Ihre Studien sind auf die Analyse politikrelevanter Fragen
ausgerichtet, und ihre Forschungsergebnisse haben weltweit
einen großen, anhaltenden Effekt auf Diskussionen rund um
Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik. David Card und Alan
Krueger sind zu führenden Autoritäten im Feld der Politik-
b
eratung auf Basis stichhaltiger ökonometrischer Forschung
geworden.
Card und Krueger haben ein Gespür dafür, die rich-
t
ige Art exogener Variation zu finden und relevante Daten
zu sammeln, aus denen zuverlässige Rückschlüsse gezogen
werden können. Mit einem bemerkenswerten Sinn für den
Einsatz des richtigen Quantums hoch entwickelter ökono-
m
etrischer Techniken haben sie faszinierende Fakten aus
bestehenden Daten oder passenden natürlichen Experimen-
t
en destilliert, die andernfalls unentdeckt geblieben wären.
Viele ihrer Erkenntnisse haben grundlegende Diskussionen
angestoßen und viele Nachfolgearbeiten inspiriert. Da sie
oft die konventionellen Ansichten ihres Berufsstandes auf
die Probe stellten, wurden ihre überraschenden neuen Er-
g
ebnisse manchmal mit Skepsis und kritischer Distanz auf-
g
enommen. Aber David Card und Alan Krueger überzeug-
t
en viele Skeptiker mit ihren tiefgehenden Analysen, die auf
sorgfältig entwickelten Untersuchungsstrategien beruhen
und ihr Fachwissen über die Daten, die sie nutzen, wider-
s
piegeln. Card und Kruegers Arbeiten sind voller methodo-
l
ogischer Schlüsselbeiträge zu Instrumentvariablenschät-
z
ung, Messfehlern, Regression-Discontinuity-Methoden
oder der Anwendung von „natürlichen Experimenten“. Card
und Krueger haben den quasi-experimentellen Ansatz zur
kausalen Modellierung als transparente, wissenschaftliche
M
ethode stark gefördert. Ihre Studien, die mehrere brillante
Beispiele „natürlicher Experimente“ beinhalten, haben die
Suche nach und die Anwendung von natürlichen Experimen-
t
en in einer umfangreichen ökonomischen Anschlusslitera-
t
ur befördert.
Ihre Forschung konzentriert sich auf die Effekte, die
Schulbesuch und institutionelle Faktoren auf Arbeits-
m
arktfolgen haben. Sie haben zusammen, alleine und
mit verschiedenen Koautoren mehrere wegweisende Bei-
t
räge geschaffen, die unser Verständnis der Faktoren, die
Lohnstruktur und Ungleichheit bestimmen, weit vorange-
b
racht haben. Kruegers gemeinsamer Artikel mit Lawrence
Summers zu Lohnunterschieden zwischen verschiedenen
Industriezweigen ist noch immer eine der meistzitierten
Arbeiten der Arbeitsmarktforschung und hat gezeigt, dass
ein Teil der beobachteten Lohnunterschiede nicht wettbe-
w
erbsorientierte Renten widerspiegelt. Alan Krueger hat
seit dem Beginn seiner Karriere die Bedeutung von Institu-
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