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IZA Report 2006-2008
DAS IZA IN DER WIRTSCHAFTSPOLITISCHEN DEBATTE
Wieviel Ethik verträgt die Wirtschaft?
Datum:
17.09.2008
Gast:
Heinrich Deichmann
(
Vorsitzender der Geschäftsführung, Deichmann-Gruppe)
Zum runden Jubiläum des IZA Tower Talk die erfolgreiche
Veranstaltungsreihe besteht seit fünf Jahren und fand im
Rahmen der Veranstaltungen zum 10. Geburtstag des IZA
bereits zum 20. Mal statt referierte mit Heinrich Deich-
m
ann der Vorsitzende der Geschäftsführung der größten eu-
r
opäischen Schuheinzelhandelskette Deichmann-Schuhe am
17. September im Bonner Post-Tower zum Thema „Wieviel
Ethik verträgt die Wirtschaft?. Angesichts von Massenent-
l
assungen und der jüngsten Finanzkrise wandte sich Deich-
m
ann gegen „Exzesse der Profitgier, die die Bürger am Sys-
t
em der sozialen Marktwirtschaft zweifeln ließen und stellte
dem das Leitbild einer Orientierung des Unternehmers auch
und vor allem am Stakeholder Value, also den Interessen
von Mitarbeitern und Kunden, sowie an langfristigen statt
kurzfristigen Profiten, entgegen. Zwar seien Familienunter-
n
ehmen wie Deichmann eher in der Lage, sich am Markt in
dieser Weise zu positionieren als börsennotierte Großunter-
n
ehmen, doch es sei zu einfach, wenn häufig die Zwänge der
Globalisierung als Grund für eine rein gewinnmaximierende
Unternehmensphilosophie angeführt würden. Das Beipiel
Deichmann zeige im Gegenteil, dass ethisch orientiertes un-
t
ernehmerisches Handeln auch wirtschaftlich sehr profitabel
sein könne und einer strikten betrieblichen Preis-Leistungs-
Kalkulation nicht im Wege stehe, sondern Synergien auf den
unterschiedlichsten Ebenen erzeuge. So sei die Identifikation
der Deichmann-Beschäftigten mit ihrem Unternehmen be-
s
onders hoch, und die Angebote des Unternehmens etwa
im Hinblick auf Gesundheitsvorsorge und freiwillige soziale
Leistungen führten zu einer auffallend geringen Mitarbeiter-
uktuation. Beides sei für die Produktivität von erheblichem
Vorteil. Der hauseigene Code of Conduct definiere zudem
klare Mindestandards für alle – überwiegend asiatischen
– Lieferanten von Deichmann im Hinblick auf die Einhaltung
von Arbeitsbedingungen und Arbeitsschutzauflagen. Dass in
vielen Ländern Asiens gemessen an hiesigen Standards nur
sehr geringe Löhne gezahlt werden, dürfe nicht als Ausbeu-
t
ung missverstanden werden: Vielmehr sei es falsch, diese
und andere Regionen nicht am Welthandel teilnehmen und
sie dabei ihren Standortvorteil ausspielen zu lassen, denn
durch die Arbeit werde für die Menschen dort ein Grundstein
für späteren Wohlstand gelegt. Als Beispiel führte Deich-
m
ann Taiwan als ehemaliges Billiglohnland an, das mittler-
w
eile zum Hochtechnologiestandort aufgestiegen ist.
Deichmann stellte zahlreiche gemeinnützige Projekte
seines Unternehmens vor. Die von seinem Unternehmen ins
Leben gerufene und getragene Hilfsorganisation wortund-
t
at“ ist unter anderem in Indien, Tansania und Moldawien
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